Germany Busstop

Germany Bus Stop
Bushaltestelle Deutschland

2017 (April–September), installation
Polycarbonate sheets, airbrush
Collaboration with Selma Gültoprak

2017 (April–September), Installation
Polycarbonat, Airbrush
Zusammenarbeit mit Selma Gültroprak

Fünf Wandteile mit schwarz-rot-gelbem Farbverlauf (Airbrush) auf durchsichtigem Polycarbonat.
Deutschland ist, seitdem es hunderttausende Geflüchtete aufgenommen hat, zum globalen Symbol geworden, einem Sehnsuchtsort, einem Hafen der Menschenrechte. Aber nicht alle bleiben hier.
Für sie ist das Land eine Station auf einer ungewissen Reise ohne Perspektive, eine Transitstelle.
Gleichzeitig ist in Deutschland die Flagge wieder deutlich präsenter im öffentlichen Raum — ganz anders konnotiert.
Die Bushaltestelle ist ein Warteraum. Im urbanen Raum sammelt und rahmt sie die Wartenden, macht sie sichtbar. Gleichzeitig bietet sie einen provisorischen Schutz, gibt Gelegenheit zu temporärer, zufälliger Gemeinschaft — zu einem Nebeneinander.
Entgegen der scharfen Linientrennung der Deutschlandflagge, gehen die Farben der Installation ineinander über und vermischen sich. Das durch die Haltestelle dringende getönte Tageslicht tränkt den Innenraum mit den Farben der Tricolore. Der profane Architekturgegenstand der 70er Jahre Bushaltestelle beginnt zu leuchten und erhält so ein sakrales Moment.
Vera Drebusch und Selma Gültoprak thematisieren den ambivalenten Charakter der Flagge: Als Symbol der Zugehörigkeit grenzt sie ein, ab und aus. In jedem Fall erzwingt sie eine perspektivische Haltung.